Ganderhaus Stuls

Ganderhaus Stuls

Das Ganderhaus hat in den letzten Jahrzehnten eine etwas bekanntere Geschichte in Stuls erfahren. Dies ist wohl auf die Besitzverhältnisse von 1980 bis 2006 durch den Kanton Bern zurückzuführen. Auch daher konnte sich der Hausname «Ganderhaus» wahrscheinlich so gut etablieren in der jüngeren Geschichte. Dies, obwohl die Fam. Gander erst im 20. Jahrhundert nach Stuls zugezogen war und nach Stulser Quellen aus dem Bergell kam. Sicher hat aber die erfolgreiche Karriere von Dr. jur. Leonardo Gander, von der Dorfschule Stuls zum Dr. jur. an der Universität Bern, wesentlich zum nun noch immer nach ihm benannten Haus beigetragen.
Als er im Jahr 1978 ohne Nachkommen verstorben war, hatte seine Schwester Katharina Meier-Gander noch ein Wohnrecht. Dies mit dem Auftrag das Haus der Uni Bern zu vermachen. Die Uni konnte aber das Geschenk nicht annehmen da sie keine Rechtspersönlichkeit war. Das Geschenk ging weiter an den Kanton Bern. Als Katharina Meier-Gander bereits 1980 aufgrund ihres hohen Alters umziehen musste, machte sich der Kt. Bern an die umfängliche Renovation der zwei Hausteile (Haus und Stall). Gleichzeitig wurde das Haus vom Kanton Graubünden unter Denkmalschutz gestellt. Ausserdem ging der Kt. Bern dem letzten Willen von Dr. L. Gander nach, aus dem Haus ein Treffpunkt für Dozenten und Gelehrte zu machen.
Diese Unterfangen war für einen Kanton mit vielen Amtsstellen aber kompliziert. Die Verwaltung und Vermietung Bestand aus einer Betriebskommission und später aus einer Dr. Gander Stiftung wie aus verschiedenen Dokumenten im Amtsarchiv Bern zu vernehmen ist. Hausinventar wurde auch an das Museum Bergün ausgeliehen und erst 2020 endgültig geschenkt. Vieles blieb aber im Haus erhalten. Das Renovationsprojekt wurde erfolgreich abgeschlossen und mit einer grossen interkantonalen Bern – Bündnerischen Einweihungsfeier im August 1982 gefeiert und eröffnet (siehe Gästeliste). Das Haus wurde an Feriengäste von Kanton und Uni vermietet. Später wurde von komplizierten Ferienvermietungen wieder auf eine Festvermietung gewechselt. Die ursprüngliche Finanzierung des Umbauprojektes geriet jedoch auch in einen politischen Skandal und 2006 wurde das Haus vom Kanton Bern zurück in private Hände gegeben.
Die Tradition der Vermietung wurde von dahin von den Erwerbern Peter und Dawn Cleis wieder aufgenommen und professionalisiert. Dem ursprünglichen Wunsch von L. Gander kamen diese Jahre wohl am ehesten nach. Wir konnten das Haus 2019 übernehmen und Familie Cleis bewohnt heute den Südteil (ehem. Stall).
Wenn auch als Zweitwohnsitz gedacht, haben wir uns entschieden die Tradition der Vermietung fortzuführen. Uns gefällt der Gedanke, Leben im Dorf und Haus zu haben und die Einzigartigkeit von Stuls und dem Ganderhaus mit Liebhabern zu teilen.
Wir erleben die Zeit im schönen Haus, ursprünglichen und unverbauten Stuls als besonders attraktiv. Die Tierwelt um Haus und Dorf vor der Tür ist fantastisch und dies in jeder Jahreszeit! Kirchlein und das traditionelle Handgeläute zwei Mal täglich von Fam. Janett sind besonders zu erwähnen.
Die Entscheidung der Stulser vor 100 Jahren sich mit Bergün zu verbinden, hat sicher dazu beigetragen, diese Ursprünglichkeit zu bewahren. Eine (Durchgangs-) Strasse Richtung Filisur hätte vielleicht eine andere Entwicklung genommen.
Gion Conrad, Knonau – Stuls    www.ganderhaus.ch

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